Bildgebend-gesteuerte Interventionen

Die interventionelle Radiologie ist ein Teilgebiet der Radiologie, das sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat.

Durch die Anwendung radiologischer Methoden wie Ultraschall, Durchleuchtung, Mammografie, Computertomografie oder MRI, sind ganz gezielte und aufgrund der Bildsteuerung sehr sichere, "minimal invasive" und damit schonende Eingriffe (Interventionen) möglich. Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu einer Operation die Behandlung ambulant in örtlicher Betäubung und über einen kleinen, direkten Zugang (Stich oder kleinen Schnitt) von aussen durchgeführt wird.

Dazu zählen Feinnadelpunktionen und Biopsien zur Flüssigkeits- oder Gewebsentnahme sowie die bildgebend-gesteuerte Schmerztherapie (Infiltationen) im Bereich der Wirbelsäule sowie der Gelenke oder Weichteile, durch die ein Medikament (z.B. Betäubungsmittel und Cortison) direkt an den Ort der Schmerzursache verabreicht werden kann.

Solche minimal invasive Eingriffe bieten wir an unserem Institut mit einer schnellen Terminvergabe an.

Wann ist so eine Schmerztherapie oder Gewebsentnahme sinnvoll oder notwendig?

Mit einer umfassenden, interdisziplinären Abklärung und einer fundierten Diagnose schaffen wir die Basis für eine gezielte Schmerztherapie nach folgenden Grundsätzen:

  • Abklärung von Schmerzpatienten im Hinblick auf ursächliche Behandelbarkeit.
  • Schmerzlinderung durch ursächliche und/oder symptombasierte Therapie.
  • Verbesserung der Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit im Alltag.
  • Steigerung der Lebensqualität.

Eine bildgebend-gesteuerte Feinnadelpunktion oder Biopsie zur Flüssigkeits- oder Gewebsentnahme ist dann notwendig, wenn die Aussagekraft der Bildgebung für die Bestimmung der weiteren Massnahmen und Therapien nicht ausreicht.

Ihr behandelnder Arzt entscheidet, wann er Sie bei uns für eine Intervention (Schmerztherapie oder Feinnadelpunktion bzw. Biopsie) anmeldet.

Je nach Fragestellung und in Abhängigkeit von der Darstellbarkeit des Befundes entscheidet der/die zuständige Radiologe/in, mit welcher Technik und unter welchem Aufwand der Eingriff durchgeführt wird. Sie erhalten ein Aufgebot von uns mit entsprechenden Informationen und werden über den Eingriff ausführlich aufgeklärt bevor dieser durchgeführt wird.

Was ist zu beachten?

Sollten Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder an einer Blutgerinnungsstörung leiden, teilen Sie uns dies bitte vor Ihrem Termin mit. Informieren Sie uns bitte, wenn Sie zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf jodhaltige Desinfektionsmittel, lokale Betäubung oder Pflaster neigen oder sonstige relevante Allergien bei Ihnen bekannt sind. Bei den meisten Interventionen benötigen wir bestimmte Blutwerte (v.a. Quick und die Thrombozytenanzahl), welche Sie vorgänig bei Ihrem behandelndem Arzt oder Hausarzt auswerten lassen können.

Was passiert nach der Untersuchung?

Nach schmerztherapeutischen Infiltrationen bleiben Sie noch für ca. 30 Minuten nach der Untersuchung bei uns zur Überwachung und um uns die Schmerzveränderung mitzuteilen. Nach einer Infiltration in den Rücken dürfen Sie für ca. 6h nicht mehr selbstständig Autofahren.

Bei Punktionen/Biopsien wird die entnommene Flüssigkeit oder das gewonnene Gewebe im Labor bzw. Pathologie weiter aufbereitet. Die Aufarbeitung der Proben und eine definitive Befunderstellung benötigen drei Arbeitstage und das Ergebnis wird Ihrem behandelnden Arzt schnellstmöglich - direkt von dem Institut der Pathologie der Kantonsspital Baden AG - mitgeteilt. Anschliessend werden Sie von Ihrem zuweisenden Arzt darüber informiert.

Leistungsangebot im Ärztezentrum Limmatfeld

Interventionen unter Durchleuchtung, Ultraschall-gesteuert oder Computertomografie (CT)- gesteuert, darunter:

  • Feinnadelpunktionen und Biopsien zur Flüssigkeits- oder Gewebsentnahme (z.B. der Brust, Lymphknoten, Weichteiltumore oder Bauchflüssigkeit).
  • Interventionelle Schmerztherapie (Infiltration), darunter:
    • Ultraschallgesteuerte oder Durchleuchtungsgesteuerte Infiltrationen der Gelenke und Weichteile.
    • CT-gesteuerte Nervenwurzel-Infiltrationen
    • CT-gesteuerte Facettengelenk-Infiltrationen der Wirbelsäule

Ein Beispiel der Schmerztherapie:

Nervenblockaden (Infiltrationen im Rahmen einer Schmerztherapie) stellen eine minimalinvasive, gezielte Schmerztherapie dar und werden v.a. bei chronischen Schmerzsyndromen der Wirbelsäule angewendet. Hierzu wird unter computertomographischer Kontrolle eine sehr dünne Nadel direkt in der Nähe der Nervenwurzel platziert und anschliessend die medikamentöse Therapie am Ort der Schmerzentstehung durchgeführt.

Bitte beachten Sie, dass Interventionen, welche eine medizinische Überwachung nach der Behandlung benötigen, nicht im Ärztezentrum Limmatfeld durchgefüht werden. Diese können selbstverständlich bei Bedarf und Wunsch im Kantonsspital Baden/Institut für Radiologie, geplant und durchgeführt werden. Ob eine Intervention, solch eine Überwachung benötigt entscheidet der behandelnde Radiologe.

Weitere Informationen bezüglich unserem Leisungsangebot der interventionellen und endovaskuläre Radiologie (darunter PTA, Embolisationen, PTCD, Selektive interne Radiotherapie (SIRT), Vertebroplastie, usw.) finden Sie unter unserer Webseite des Kantonsspital Baden/Institut für Radiologie